Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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Pflanzenwachstum:

Sowohl in der Variante P1 (2,5 t S/ha, pH-Senkung von 5,9 auf 4,0) als auch in der Variante P2 (Waldboden, pH 3,5) zeigten sich keine signifikante Auswirkungen der pH-Absenkung auf das Pflanzenwachstum von Oxalis acetosella L. am Versuchsstandort.

Auch RODENKIRCHEN (1995) zeigt in einem Düngungsversuch auf, dass das Wachstum und die vegetative Vermehrung von Oxalis nicht durch den tiefen pH-Wert des Versuchstandortes eingeschränkt war.
Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Oxalis acetosella L. nicht eine den niedrigen pH-Wert bevorzugende, sondern tolerierende Pflanze darstellt. Im Zusammenhang mit der Anpassung des Photosyntheseapparates an stark schattige Standorte (SCHULZE 1972) ist Oxalis an diesen durch die zusätzliche "Säuretoleranz" äußerst konkurrenzstark und sichert sich so eine ökologische Nische.

Das Ergebnis ist allerdings nicht überzubewerten, denn in erster Linie sind es nicht die niedrigen oder hohen pH-Werte die das Pflanzenwachstum beeinflussen, sondern der Gehalt an pflanzenverfügbaren Al3+ und Mn2+ und anderen aufnehmbaren essentiellen Pflanzennährstoffen (z.B. Mo, P, Mg u.a.) im Boden (BERGMANN 1988). Je nach Toleranz der Pflanzen gegenüber einem Überschuß der genannten und sich toxisch auswirkenden Elemente verhält sich auch deren "Säureverträglichkeit". Vor allem die meist zu hohen Al3+ und Mn2+-Konzentrationen in sauren Böden können zur Ausbildung von Toxizitätssymptomen und Wachstumshemmungen führen (BERGMANN 1988, SCHACHTSCHABEL et al. 1998).

Oxalis wurzelt meist nur in den flachen, organischen Auflagen eines Bodens (RODENKIRCHEN 1992). In diesen humosen Horizonten wird der größte Teil der Al3+-Ionen von Huminstoffen durch Komplexierung festgelegt und damit in eine nicht toxische Form überführt (SCHACHTSCHABEL et al. 1998). Desweiteren bescheinigt RODENKIRCHEN (1992) Oxalis eine hohe Mn-Gewebetoleranz. Beide Sachverhalte könnten Gründe für die "Säureverträglichkeit" der Pflanze sein.
Als wachstumslimitierender Faktor hat für Oxalis acetosella L. der pH-Wert im Boden somit nur eine indirekte und für eine Inkulturnahme untergeordnete Bedeutung.

Nicht unerwähnt bleiben soll der signifikant gesteigerte Fruchtansatz der mit 2,5t S/ha gedüngten Variante P1. Möglicherweise wurde hier das generative Wachstum durch einen Schwefel-induzierten Nährstoffmangel angeregt. Vergleichende Nährstoffgehaltsanalysen der einzelnen Varianten hätten hier Aufschluss bringen können, sind aber im Rahmen dieser Arbeit nicht durchgeführt worden.



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Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap