Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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Oxalsäuregehalt:

Der Oxalsäuregehalt wurde nach den Vorgaben des HAB 1 in der Urtinktur von Oxalis Folium bestimmt. Da die Urtinktur einen ethanolischen Auszug darstellt, konnte so nur der Gehalt an löslicher Oxalsäure bestimmt werden. Der Gehalt an Ca-Oxalat in der Pflanze wurde hier nicht berücksichtigt. Ca-Oxalat ist nur in Säuren löslich (RÖMPP 1991).
Die Variante N3 mit den besten Wachstumsparametern im N-Düngungsversuch wies den höchsten Gehalt an löslicher Oxalsäure auf. Der ermittelte Wert betrug 0,18 % Oxalsäure in der Frischmasse. In den Pflanzen der Kontrollvariante des Versuches wurden 0,13 % und den am Waldstandort gewachsenen 0,16 % in der Frischmasse ermittelt.
Die Oxalsäuregehalte der Pflanzen am Waldstandort sind allerdings höher, als die der besser mit Nmin im Boden versorgten Kontrollvariante. Aus diesem Grund kann hier kein direkter Zusammenhang zur Stickstoffernährung postuliert werden. Möglicherweise wirkten während des Versuchs noch Mechanismen, die im Rahmen dieser Untersuchung keine Berücksichtigung finden konnten.

Die ermittelten Gehalte der löslichen Oxalsäure in der Frischmasse können aber leider nicht mit anderen Werten aus der Literatur verglichen werden. Die angeführten Angaben betreffen jeweils nur den Gesamtoxalsäuregehalt oder werden nicht exakt formuliert (Gesamtoxalsäure oder lösliche Oxalsäure). Vor allem über den Erntezeitpunkt werden keine Aussagen gemacht. Dieser scheint aber ein für den Gehalt in der Pflanze ausschlaggebender Faktor zu sein.
Anhand der Gehalte in der Urtinktur von Oxalis Folium, ließ sich mit Werten der Firma WELEDA aber ein Vergleich durchführen. In den Jahren 1994 -1996 betrug der mittlere Gehalt an Oxalsäure in der Urtinktur 0,4 % . Die Ernte der Pflanzen erfolgte zur Blütezeit von Oxalis im April. Die am Versuchsende ermittelten Werte lagen zwischen 0,07 und 0,09 %. Die Ernte des Pflanzenmaterials erfolgte hierbei allerdings erst im Monat August. Ein Vergleich zeigt Abweichungen um das 5-fache!

Folgende Hypothese läßt sich formulieren:
Der Anteil an löslicher Oxalsäure in den oberirdischen Pflanzenteilen von Oxalis acetosella L. geht nach der Blütezeit deutlich zurück.

Zu erwähnen wäre noch, das WILLFORT (1959) u.a. auch eine Herabsetzung des Oxalsäuregehaltes beim Waldsauerklee in den Abend- und einen Wiederanstieg in den Morgenstunden beschreibt. Er geht aber nicht weiter auf diesen Vorgang ein oder nennt Ursachen dafür.




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Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap