Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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2.4 Standort

Der Waldsauerklee ist nach DÜLL (1992) die schattenverträglichste, heimische Blütenpflanze. Er gedeiht am besten an Standorten, an denen das Licht weniger als 30 % der vollen Strahlungsstärke erreicht. (Abb. 4) Seine volle Photosyntheseleistung erzielt der Sauerklee schon bei rund 10 % des Tageslichtes. Noch bei 1 % des Tageslichtes kann er überdauern (AICHELE et al. 1995, ELLENBERG et al. 1992).

Oxalis acetosella - Waldstandort Abb.4   typ. Waldstandort von Oxalis acetosella L.

Die Art zeigt eine spezielle Anpassung an schattig, humose Standorte und verlangt einen frischen, lockeren, und nährstoffreichen Humusboden. Die bevorzugte Humusform ist Mull, oft auch Moder (PACKHAM 1978). Rohhumus wird bis zu einem bestimmten Grade ertragen. Oxalis acetosella L. verträgt die hohe Feuchtigkeit in der Nähe von Bächen und Quellen, ein sumpfiger oder dauernd nasser Untergrund wird aber von der Pflanze gemieden.
Die am stärksten frequentierten Standorte in Zentraleuropa sind dichte Laub- und Mischwälder im Flachland mit vorherrschendem Bestand von Quercus spp., Carpinus betulus und lichte Nadelholzbestände aus Abies alba oder Picea abies sowie feuchte, schattige Schluchten mit vorherrschenden Pinus mugo - Bestand.
Als Gelegenheitsepiphyt findet man die Pflanze auch auf Salix ssp., Acer pseudoplatanus und Fagus silvatica sowie auf Baumstümpfen in überschwemmten Alnus glutinosa-Wäldern (HEGI 1964). Die Samen gelangen durch das Ausschleudern auf die niedrigen Erlenstubben oder werden durch Ameisen auf die höheren Bäume verschleppt. In trockenen Pinus silvestris-Wäldern ist Oxalis acetosella L. kaum zu finden, fehlt örtlich im Tiefland und in waldlosen Sandgebieten, wächst schlecht bei hohen Temperaturen und an zu hellen Standorten und geht bei Trockenheit und Kahlschlägen schnell zu Grunde (PACKHAM 1978). Zur Standortcharakterisierung führt (ELLENBERG et al. 1992) die in folgender Tabelle 1 aufgeführten Zeigerwerte für Oxalis acetosella L. an.

Tab.1 Zeigerwerte von Oxalis acetosella L.
Licht: (1) Tiefschattenpflanze bei noch weniger als 1 %, selten bei mehr als 30 % relativer Beleuchtungsstärke vorkommend
Temperatur: (x) weite Amplitude oder ungleiches Verhalten in verschiedenen Gegenden.
Feuchtezahl: (5) Schwergewicht auf mittelfeuchten Böden, auf nassen sowie auf öfter austrocknenden Böden fehlend.
Reaktionszahl: (4) zwischen: Säurezeiger, Schwergewicht auf sauren Böden, aber bis in den neutralen Bereich
und: Mäßigsäurezeiger, auf stark sauren wie auf neutralen bis alkalischen Böden selten
Stickstoffzahl: (6) zwischen: mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend, auf armen und reichen seltener
und: an stickstoffreichen Standorten häufiger als an armen bis Mittelmäßigen
Salzzahl: (0) nicht salzertragend
(nach ELLENBERG et al. 1992)

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  • Systematik
  • Blätter, Grundachse
  • Blüten, Frucht, Samen
  • geograph. Verbreitung
  • Standort
  • Kleistogamie
  • Turgorbewegungen autonom und nastisch
  • Geschichte, volkstümlich medizinisch und technische Verwendung
  • Oxalsäure und deren therapeutische Anwendung
  • Gattung Oxalis mit ihren wichtigsten Vertretern


Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap