In den durchgeführten Analysen wurden 3 ausgewählte Varianten auf ihre Inhaltsstoffe untersucht und untereinander verglichen. Gegenstand der Betrachtung waren hier Pflanzen eines natürlichen Waldstandortes, der Variante N3 des Stickstoffdüngungsversuches (50 kg N/ha in Form von Kompost gedüngt) sowie die Pflanzen der Kontrollvariante.
Weder über die im folgenden betrachteten gaschromatographischen sowie auch dünnschichtchromatographischen Analysen wurden Vorgehensweisen oder schon erzielte Ergebnisse in der Literatur angeführt.
Zur gaschromatographischen Analyse von Oxalis acetosella L. wurde das ätherischen Öl der drei Versuchsvarianten verwendet. Das Öl wurde durch Wasserdampfdestillation aus der Trockenmasse der oberirdischen Pflanzenteile gewonnen.
Die Verwendung von 15,5 g TM für die Herstellung des ätherischen Öles erwies sich als nicht optimal. In den Stoffgemischen der Versuchsvarianten NK (Kontrolle) und N3 (50 kg N/ha in Form von Kompost gedüngt) konnten nur jeweils 4 Verbindungen qualitativ identifiziert werden. Eine nochmalige Herstellung des Öles aus höher Einwaage Trockenmasse erwies sich aufgrund des begrenzten Zeitrahmens als nicht realisierbar. Mit dem Ziel in wenigstens einer Variante eine repräsentative Anzahl an Verbindungen eindeutig identifizieren zu können, wurde auf Kosten der Vergleichsmöglichkeit der drei Varianten miteinander, eine Variante (Waldstandort) höher konzentriert hergestellt. (Einwaage: 20,5g TM)
Es konnten so ~ 135 verschiedene Verbindungen detektiert, und davon 31 über die Spektralbibliothek NIST identifiziert werden. Alle identifizierten Inhaltsstoffe der GC/MS-Analyse sind in Tabelle 27 aufgelistet.
Um optimale Vergleichsmöglichkeiten weiterer Analysen zu ermöglichen, wird noch eine zusätzliche Konzentrationssteigerung empfohlen, so daß schließlich 25g TM zur Herstellung des ätherischen Öles verwendet werden sollten.
Die dünnschichtchromatographischen Untersuchungen wurden mit den alkoholischen Auszügen der Versuchsvarianten NK (Kontrolle), N3 (50 kg N/ha in Form von Kompost gedüngt) und W (Waldstandort) durchgeführt. Auch hier zeigten sich Schwierigkeiten bei der Analyse, aufgrund keiner vorhandenen DC-Vorschrift oder eines schon erfolgreich getesteten Versuchsverfahrens. Die geeignete Kombination aus Laufmittel, DC-Plattenart und Tauchreagenz musste erst durch mehrere Vorversuche ermittelt werden.
Die Chrommatogramme in Abbildungen 16 und 17 zeigen zwei verschiedene Varianten bei denen eine gute Auftrennung der untersuchten Substanzen sowie Vergleichssubstanzen erkennbar ist. Eine Zuordnung zwischen Pflanzen- und Vergleichssubstanzen konnte aber nicht vollzogen werden.
Die Kombination aus DC-Fertigplatte: Kieselgel 60, Laufmittel: Ethylacetat/ 100 %ige Ameisensäure/ Wasser (80/10/10), Tauchreagenz: Anisaldehyd in methanolischer Schwefelsäure sowie die Betrachtung unter 365nm UV-Licht erwies sich als die am besten geeignetste Methode. Sie stellt allerdings noch nicht das Optimum dar.
Die durchgeführte organoleptische Untersuchung ist aufgrund der geringen Anzahl an Probanden eine eher subjektive als objektive Untersuchungsmethode und kann in der vorliegenden Arbeit nur Tendenzen aufzeigen. Sie wurde aber in die Arbeit mit aufgenommen weil sie eine grundlegende Vorgehensweise der goetheanistischen Heilpflanzenerkenntnis darstellt.