Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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2.6 Geschichte, volkstümlich medizinisch und technische Verwendung

irisches Wappenirisches Wappen

Schon um 150 v.u.Z. wird in Aufzeichnungen des griechischen Arzt und Dichters Nikandros von Colophon mit dem Namen Oxalis allgemein eine säuerlich schmeckende Pflanze bezeichnet (SCHULZ 1960). Um 430 u. Z. erklärt der britische Priester Sucat, später St. Patrick genannt, an Hand der Blattform von Oxalis acetosella L. dem irischen Volk den schwer verständlichen Begriff der Dreifaltigkeit. Das Blatt befindet sich seit dem als Emblem im Wappen Irlands und wird jährlich am 17. März, am Tag des Schutzpatrons, des Heiligen Patrick, am Hut getragen (KNUTH 1931).

Die im Frühjahr gesammelten Blätter von Oxalis acetosella L. dienten schon im Mittelalter als Beigabe zu Spinat, Salat und Kräutersuppen. MABEY (1972) bescheinigt der Pflanze im England des 15. Jh. solch eine Beliebtheit, das sie sogar extra für den Verzehr kultiviert wurde. Erst als Anfangs des 16. Jh. durch die Franzosen der Sauerampfer (Rumex acetosella L.) mit sein viel größeren und mastigeren Blättern in England eingeführt wurde, verlor der Waldsauerklee allmählich an Bedeutung als Salat oder Kochbeilage (GRIEVE 1974).

Seit dem Altertum fand der Sauerklee auch als Heilpflanze Verwendung. Das frische zur Blütezeit gesammelte Kraut wurde in einer Art Paste als äußeres Heil und Ätzmittel angewendet, z.B. bei Geschwüren. Innerlich benutzte man es zerkleinert und als Extrakt bei Leber- und Verdauungsstörungen sowie auch bei Sodbrennen (WILLFORT 1959). Die getrocknete Pflanze bezeichnet mit Herba Acetosella, Herba Lujulae, Herba Oxalidis, oder Herba Trifolii acetosi hatte Bedeutung als Antiscorbuticum, Emmenagogum, Stypticum und Antidot gegen Arsenik und Quecksilber (HEGI 1964).

Bis zur Erfindung eines Verfahrens zur synthetischen Herstellung der Oxalsäure war die Pflanze auch vom besonderen Interesse für die Technik und Chemie. Das in ihr enthaltene Salz der Oxalsäure fand Verwendung in der Textilfärberrei, zur Beseitigung von Tinten- und Rostflecken aus Leinenzeug, zum Bleichen von Stroh, Stearin und zum Putzen von Kupfer und Messing (HEGI 1964). Hergestellt wurde die Säure hauptsächlich im Schwarzwald. Zur Bereitung von 500 g Säure musste man damals ungefähr 75 kg Laubblätter sammeln (HELM 1973). Das entspräche einen Gehalt von 0,66 % in der Frischmasse.



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  • Systematik
  • Blätter, Grundachse
  • Blüten, Frucht, Samen
  • geograph. Verbreitung
  • Standort
  • Kleistogamie
  • Turgorbewegungen autonom und nastisch
  • Geschichte, volkstümlich medizinisch und technische Verwendung
  • Oxalsäure und deren therapeutische Anwendung
  • Gattung Oxalis mit ihren wichtigsten Vertretern


Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap