Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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5.4 Lichtmessungen

Die Schlafstellung von Oxalis acetosella L bei der sich die Teilblättchen senken und so ihre Blattunterseiten aufeinander legen, dient nach SCHULZ (1960) der Transpirationsminderung. Dies scheint nachvollziehbar da sich die Spaltöffnungen der Pflanze nur auf der Blattunterseite befinden. Das Herabsenken der Blätter bei einer bestimmten Lichtintensität, könnte im engen Zusammenhang mit der maximalen Nettophotosyntheserate der Pflanze stehen. Ein Schutz der Pflanze vor zu viel Lichtintensität erscheint erst sinnvoll wenn der Punkt der maximalen Nettophotosynthese (Lichtsättigungspunkt) überschritten wurde.
Noch höhere Bestrahlungsstärken können den Photosyntheseapparat beschädigen. Bei Schattenpflanzen liegt der Wert allgemein bei einer Beleuchtungsstärke von 5000 - 10000 lx (STRASSBURGER et al. 1991).
Die Wirkung von Licht und Temperatur auf die Nettophotosynthese verschiedener Schattenpflanzen wurde an Hand des CO2 Gaswechsel in einer Arbeit von SCHULZE (1972) genauer untersucht. Hauptsächlichst betrachtet wurde in den Versuchen Oxalis acetosella L.
SCHULZE (1972) ermittelte für O. acetosella einen Lichtsättigungswert von 5000 - 6000 lx.

Die im durchgeführten Lichtmessungsversuch erfassten Werte für das Herabsenken der Blattspreiten schwankten zwischen 6000 - 9000 lx. Abweichungen wurden festgestellt bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit sowie bei Lufttemperaturen von ca. 25 °C. Das in Abbildung 22 dargestellte Diagramm läßt zusätzlich auch eine Abhängigkeit von der Lufttemperatur erkennen. Das Temperaturoptimum verschiebt sich mit sinkender Beleuchtungsstärke in den Bereich niedrigerer Temperaturen und umgekehrt. Das Optimum für Oxalis acetosella L. liegt nach SCHULZE (1972) in einem sehr engen Bereich zwischen 13 - 18 °C.

Bei der Auswahl eines zukünftigen Kulturstandortes sollten beide Optima für Temperatur und Beleuchtungsstärke in Betracht gezogen werden. Ein Standort mit geringen Schwankungen der Temperatur- und Beleuchtungsstärken wäre für einen Oxalis acetosella L.- Anbau ideal.
Der untersuchte zukünftige Kulturstandort bietet durch seine beschattende Wirkung, (Abbildung 23) und den daraus resultierenden etwas kühleren Temperaturen, sowie geringeren Schwankungen beider Faktoren gute Bedingungen für eine Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.



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Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap