Um eine Heilpflanze zu kultivieren bedarf es Bedingungen die denen am natürlichen Standort ähnlich sind. Die Heilwirkung der meisten Pflanzen und ganz speziell unter anthroposophischen Gesichtspunkten steht im engen Zusammenhang mit deren Standort und den dort herrschenden ökosystematischen Umfeld. Allerdings ist es schwierig die komplexen und naturnahen Umgebungsbedingungen für die Kultur einer Wildpflanze zu erschaffen, vor allem um dem Wesen einer Heilpflanze auch in der Kultur die volle Entfaltungsmöglichkeit zu bieten.
Der als Kulturstandort geplante Schattentunnel bietet günstigste Vorraussetzungen für eine Kultivierung von Oxalis acetosella L.
Seine natürliche Beschattung durch einen Bewuchs von Polygonum ssp. und Lonicera ssp. stellt ausgeglichene und moderate Beleuchtungsverhältnisse her. Die durchschnittliche Beleuchtungsstärke in der Versuchszeit lag hier bei 1871 lx. Die Beleuchtungsstärke ist im Frühjahr durch den geringen Bewuchs noch relativ hoch, überschreitet aber nicht den Lichtsättigungswert von Oxalis. Durch die bis Mitte Mai zunehmende Bewuchsdichte werden auch die nachlassenden Beleuchtungsstärken an Waldstandorten simuliert. Das Vegetationsdach sorgt für etwas kühlere Temperaturen. Allerdings werden auch im Sommer die Temperaturoptima für Oxalis gelegentlich überschritten.
Durch die geringe Beleuchtungsstärke wird der Aufwuchs von Beikräutern stark gemindert.