Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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2.5 Physiologische Besonderheiten

2.5.1 Kleistogamie

Die sich im Frühjahr entwickelnden Blüten von Oxalis acetosella L. sind chasmogam, während die im Sommer und Herbst gebildeten kleistogam sind (PACKHAM 1978). Oxalis acetosella - Kleistogamie Abb.5   kleistogame Blüte und Frucht Es sind Blüten die sich während ihrer Entwicklung nicht öffnen und sich so im geschlossenen Zustand selbst bestäuben.
Die kleistogamen Blüten haben bei O. acetosella L. die Größe eines Stecknadelkopfes, stehen auf sehr kurzen Stielen oder sind noch unter der alten Laubschicht verborgen. (Abb. 5)
Sie sind bis etwa 2,5 mm lang und gleichen der geschlossenen Knospe einer chasmogamen Blüte. Die Pollenkörner keimen hier schon in den Staubbeuteln und wachsen in der geschlossenen Knospe zur Narbe und weiter durch den Griffel zur Samenanlage. Zur Reifezeit richten sich die Fruchtstiele steil auf und wachsen deutlich über das Blattwerk.


Die kleistogam gebildeten Fruchtkapseln sind etwas stumpfer und kürzer als die chasmogam gebildeten. Die Fortsätze an der Spitze der Fruchtblätter fehlen (HEGI 1964). (Abb. 6)  Oxalis acetosella - Chasmogamie Abb.6   Vergleich einer kleistogamen (links) und chasmogamen (rechts) Frucht von Oxalis acetosella L. Bezüglich der Fruchtbarkeit erweisen sich die Kapseln der kleistogamen Blüten als denen der chasmogamen gleichwertig (KNUTH 1931). Die reifen Samen sähen sich bis in den Oktober hinein aus. Die Mehrzahl der fruchtbaren Samen eines Jahres entstehen aus den kleistogamen Blüten des Sommers und des Frühherbstes (PACKHAM 1978). Als Grund für die Kleistogamie im Falle von O. acetosella L. vermutet (SCHULZ 1960) Wachstumshemmung durch Lichtmangel.



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  • Systematik
  • Blätter, Grundachse
  • Blüten, Frucht, Samen
  • geograph. Verbreitung
  • Standort
  • Kleistogamie
  • Turgorbewegungen autonom und nastisch
  • Geschichte, volkstümlich medizinisch und technische Verwendung
  • Oxalsäure und deren therapeutische Anwendung
  • Gattung Oxalis mit ihren wichtigsten Vertretern


Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap