Aufgrund der zu geringen Konzentration des ätherischen Öles (nur ~15,5 g TM aufgearbeitet) konnten in den Stoffgemischen der Versuchsvarianten NK und N3 nur jeweils 4 Verbindungen qualitativ identifiziert werden. Dabei wurden je Variante drei verschiedene Verbindungen, und in beiden Varianten jeweils die Substanz Phenylacetaldehyd nachgewiesen. Zur Kontrolle des ätherischen Öles der Waldvariante wurde daher wesentlich mehr Sauerkleemasse (20,5g TM) eingesetzt, so dass das erhaltene ätherische Öl höher konzentriert war. Es wurden so ~ 135 verschiedene Verbindungen detektiert, von denen 31 über die Spektralbibliothek NIST identifiziert werden konnten. Alle identifizierten Inhaltsstoffe der GC/MS-Analyse sind in Tabelle 27 aufgelistet.
Die identifizierten Hauptkomponenten der untersuchten ätherische Öle von drei verschiedenen Sauerkleeproben sind alipatische, cyclische, und aromatische Ketone, sowie mono- und bicyclische Terpene. Besonders zu erwähnen wären hier die beiden bicyclische Terpene α-Pinen und β-Pinen, welche bei (ROTH et al. 1994) als Pflanzengifte aufgeführt werden.
Limonen, Borneol und Isobornylacetat sind typische Duftstoffkomponenten und besitzen in der Riechstoffindustrie einen hohen Stellenwert. Limonen z.B. findet aufgrund seines angenehmen zitronenartig Duftes Einsatz in preiswerten Seifenparfüms (FEY 1991).
Champher, Camphen und Eucalyptol besitzen antimikrobielle Eigenschaften. Champher wird medizinisch als Antiseptikum (Campherspiritus) sowie als Weichmacher für Cellulosenitrat (Celluloid) verwendet (BEYER et al. 1998) und Eucalyptol findet vor allem wegen seiner keimtötenden Wirkung in verschiedenen Mundpflegemitteln Verwendung (FEY 1991).
Aufgrund der unterschiedlichen Konzentrationen des ätherischen Öles war ein direkter Vergleich der 3 untersuchten Varianten nicht möglich. Um optimale Vergleichsmöglichkeiten bei der Gaschromatographie zu erhalten sollte das ätherische Öl aus mindestens 25g TM hergestellt werden um so eine repräsentative Anzahl an Verbindungen eindeutig identifizieren zu können.
Im Anhang werden nochmals in den Abbildungen 27 - 29 alle drei GC-Chromatogramme aufgezeigt. Eine Übersicht der GC-Elutionprofile mit allen 135 detektierten Verbindungen zeigt die Tabelle 35.
Tab. 27: identifizierte Inhaltsstoffe der GC/MS-Analyse
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