Er gilt in Europa als zweitwichtigster Vertreter der Gattung und ist eine durch ihre Ausläufer ausdauernd lebende Pflanze. Besondere botanische Erkennungsmerkmale sind der aufrechte, ästige, 15 - 40 cm hohe und zerstreut behaarte Stengel, die langgestielten Laubblätter welche unterseits oft bläulich-grün gefärbt sind und die 5- oft auch 6-zähligen hellgelben Blüten mit abgerundeten Blütenblättern. Sie stehen in 2 bis 6-blütigen, blattachselständigen, doldenähnlichen Wickeln. Die Kronenblätter werden 6 - 8 mm lang. Die Früchte sind fünfkantig, walzenförmig, drüsig behaart und 10 - 17 mm lang. Die Blütezeit ist von IV - X.
Die Pflanze ist ein Neophyt und wurde aus Nordamerika Mitte des 17. Jh. nach Europa eingeschleppt (HEGI 1964). Als lästiges Unkraut ist sie heute überall in Süd- und Mitteleuropa auf Kulturland anzutreffen. Seltener findet man sie auch im Laubmischwald oder feuchten Erlenwald. Als Nutz- oder Zierpflanze hat Oxalis fontana Bunge keinerlei Bedeutung.
Die Pflanze ist vom Habitus O. fontana Bunge. sehr ähnlich. Mit folgenden Merkmalen läßt sie sich aber leicht von dieser Art unterscheiden. Der Stengel ist eher niederliegend bis wenig aufsteigend und stärker behaart. Er trägt an der Basis der Blattstiele zwei winzige Nebenblättchen welche bei O. fontana Bunge völlig fehlen. Auch die Teilblättchen zeigen eine stärkere Behaarung und sind an den Rändern oft rötlich überlaufen. Die Kronenblätter sind goldgelb gefärbt, ausgerandet und nur etwa 4 - 6 mm lang. Auffällig sind auch die stark behaarten Fruchtkapseln die senkrecht auf den abwärts gebogenen Stielen stehen (vgl. HEGI 1964). Die Blütezeit ist von IV - X.
Oxalis corniculata L. stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und gehört heute zu den kosmopolitisch verbreiteten Pflanzen. Aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit ist die Pflanze nicht so häufig in Mitteleuropa zu finden wie Oxalis fontana Bunge. Sie bevorzugt aber ebenfalls Kulturland und Parkanlagen. Oft findet man sie auch auf Schuttplätzen oder als Unkraut in Gewächshäusern. Als Teppichbeetpflanzen werden die purpurrot bis purpurbraun gefärbten Wuchsformen f. purpurea Parl.und f. tropaeoloides Schlachter kultiviert (SCHULZ 1960).
Eine nicht winterharte, aber im Gewächshaus ausdauernde bis 25 cm hohe stengellose Pflanze ist Oxalis deppei Lodd. ex Sweet. Sie besitzt ein dicke rübenförmige, helle Wurzel und an deren Spitze eine Zwiebel, mit zahlreichen ungestielten Nebenzwiebeln. Die Laubblätter sind streng vierzählig, langgestielt und verkehrt - herzförmig. Sie sind oberseits grün gefärbt und haben purpurbraunen Flecken in der Mitte. Die Blütenstände sind sehr reichblütig mit überwiegend die Laubblätter überragenden Blütenschaft. Die Kronenblätter der ca. 2 cm breiten Blüten sind spatelig, 3-eckig und von purpurrosenroter Farbe. Die Farbe ändert sich nach dem Blütengrunde in gelb bis weiß. Blütezeit VIII - X.
Die Pflanze stammt aus Mexiko und wird in Mitteleuropa als Einfassungspflanze sowie als Topfpflanze kultiviert. Als letztere wird sie zur Weihnachts- und Neujahrszeit in Blumengeschäften und Kaufhäusern als "Glücksklee" verkauft. In Südamerika wird sie vielerorts noch aufgrund der stärkehaltigen Knollen als Gemüse angebaut (vgl. HEGI 1964).
Eine O. deppei Lodd. ex Sweet sehr ähnliche Pflanze. Sie unterscheidet sich von der vorhergehenden Art durch ihre violette Blütenfarbe und den fehlenden braunen Flecken auf den Blättern. Die Brutzwiebeln befinden sich nicht an der Spitze der Wurzel, sondern an den Ausläufern.
Die Pflanze stammt auch aus Mexiko und findet in Mitteleuropa und Südamerika die gleiche Verwendung wie O. deppei Lodd. ex Sweet.
Oxalis tuberosa Mol. ist eine 30 - 40 cm hohe Staude mit dreizähligen, kleeähnlichen Blättern auf glasig durchscheinenden Stengeln. Die Pflanze hat purpurrote Blüten. Sie bildet wie Kartoffeln verdickte Wurzelsprosse bzw. bis 20 cm lange, rundliche Wurzelknollen. Diese enthalten neben 80 - 86 % Wasser auch 13 - 20 % Kohlenhydrate, 1,1 % Eiweiß und viel Vitamin C. Schon seit prähistorischer Zeit wurde O. tuberosa Mol. von den Bergindianern der Anden kultiviert. Die Knolle wird von ihnen Oca oder Oka genannt und gilt heute noch in Bolivien als wertvolles Wurzelgemüse. Die Anbaufläche beträgt dort ca. 16 000 ha. Auch auf der Südinsel von Neuseeland wird O. tuberosa Mol. für den Verzehr angebaut und dort als Yam bezeichnet. In Europa hat die Pflanze kaum Bedeutung (LIEBSTER 1995).