Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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3.7.1 Dünnschichtchromatographie

Die Dünnschichtchromatographie eignet sich wegen ihrer technischen Anspruchslosigkeit und hohen Aussagekraft ganz besonders zur Identitäts- und Reinheitsprüfung in weniger technisch hochgerüsteten Laboren oder Apotheken. Sie ist sehr universell einsetzbar und zeichnet sich besonders durch eine hohe Trennschärfe und Geschwindigkeit des Trennvorganges aus. Mit diesen Verfahren können heute Vitamine, Terpene, Steroide, Pigmente, Aminosäuren, Zucker, Nucleotiden, Nucleinsäuren, Alkaloide, Arzneimittel, und sogar anorganisch Anionen und Kationen getrennt und nachgewiesen werden (vgl. BEYER 1998). Die stationäre Phase besteht bei Dünnschichtchromatographie aus einer etwa 250 µm dicken Schicht eines Sorptionsmittels (Kieselgel, Aluminiumoxid u.a.), welches sich auf einer Trägerplatte (Glas o.a. Metallfolie) befindet (BEYER 1998).
Die mobile Phase (hier Fließmittel genannt) ist meist ein sorgfältig ausgetestetes Lösungsmittel, welches beim Trennvorgang das Substanzgemisch löst und an der stationären Phase durch Kapillarkräfte entlang transportiert (KEMPE 1995).
Das zu trennende Substanzgemisch wird am unteren Rand der Trägerplatte aufgetragen. Laut (PACHALEY 1999) sind Stoffmengen von nur wenigen µg optimal. Die Platte wird nun in eine Trennkammer (Abb. 13) mit dem ca. 0,5 cm hoch eingefüllten Fließmittel gestellt.

duennschichtkammer
Abb. 13: Darstellung einer Dünnschichtkammer (nach KEMPE 1995)

Das Fließmittel steigt mit Hilfe von Kapillarkräften durch die Poren und Zwischenräume der Sorptionsschicht von unten nach oben, trifft dabei auf das aufgetragene Substanzgemisch, löst und transportiert es durch den kapillaren Fließmittelstrom stetig weiter. Gleichzeitig werden aber durch die stationäre Phase die einzelnen Substanzen mehr oder weniger stark gebremst und so schließlich aufgetrennt (vgl. PACHALEY 1999).
Nach der Trocknung der Trägerplatte werden zur Auswertung die Laufstrecken der einzelnen Substanzen gemessen und jeweils auf die zurückgelegte Strecke des Fließmittels bezogen. Der so erhalten Quotient wird als RF-Wert bezeichnet (KEMPE 1995).
Er gibt das Maß für die Bremswirkung der stationären Phase im Vergleich zur Fließmittelfront an. Als Vergleichswert gilt der RF-Wert allerdings als sehr unsicher, da er durch zahlreiche chromatographische Parameter beeinflussbar ist (PACHALEY 1999). Für qualitative Nachweise hat sich die Praxis des Parallellaufens mit schon bekannten authentischen Vergleichssubstanzen bewährt. Der Einfluß der veränderlichen Parameter wird dadurch soweit wie möglich eingeschränkt und kann so eine Identitätsprüfung unter einfachsten Versuchsbedingungen ermöglichen.



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Text © Mario Schubert · Leipzig 2010 · letzte Aktualisierung 24.08.2010 · Impressum · Sitemap