Versuche zur Inkulturnahme von Oxalis acetosella L.

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3.10 Screening zur pH-Wert-senkenden Wirkung von Alunit und Schwefel

Wie schon im Kapitel 3.2.1 hingewiesen wurde, wächst Oxalis acetosella L. am natürlichen Standort vorwiegend auf sauren Böden (ELLENBERG et al. 1992, PACKHAM 1978, RODENKIRCHEN 1997).
Um eine pH-Wert-Absenkung im ökologischen und biologisch-dynamischen Landbau zu erzielen, werden in der Praxis Torf oder elementarer Schwefel verwendet. Die Ausbringung von elementaren Schwefel ist gegenüber Torf die umweltgerechtere und effizientere Methode und kam im Versuch zur Anwendung. Für die verschiedenen Böden existiert aber zur Zeit noch keine Bemessungsgrundlage für die genaue Dosierung der benötigten Schwefelmenge. Erste Versuche zur S-Mengenberechnung mit den zugrunde gelegten Parameter CaCO3 -Gehalt, Pufferkapazität und Ausgangs-pH untersuchter Substrate, führten nicht zu einem gewünschten Ziel (JAUCH et al. 1998). Die in der Literatur empfohlenen Dosierungen sind uneinheitlich und schwanken von 110 kg S/ha (HAMILTON 1981) bis über 20 t S/ha (WALLACE 1976). Um aber weitere Versuche mit Oxalis und niedrigen pH-Werten zielgerichteter durchführen zu können, sollten ein Screening-Versuch durch ein Staffelung der Schwefelmengen, Erkenntnisse bringen, über deren pH-Wert-senkenden Wirkung im Boden des Versuchsstandortes.

Des weiteren wurde zeitgleich die pH-Wert-senkende Wirkung von Alunit untersucht. Alunit ist ein Aluminiumsulfat-Mineral der Formel KAl 3 [(OH) 6 / (SO4) 2]. Es dient als Rohstoff für die Herstellung von Alaun, Aluminiumoxid und Düngemitteln und kommt vor allem als Umwandlungsprodukt von Kalifeldspat-reichen, oft vulkanischen Gesteinen vor. Abgebaut wird es in der Toskana/ Italien, Auvergne/ Frankreich, Gleichenberg/ Steiermark sowie in Ungarn (RÖMPP 1991). Alunit hat das Potential aufgrund seiner chemischen Struktur, unter Verwitterungseinflüssen (vermutlich auch unter mikrobiologischen Einflüssen) langsam Schwefelsäure, sowie das sauer wirkende Aluminium freizusetzen und könnte so eine pH-Absenkung erzielen. Wenn die Zersetzung durch mikrobielle Vorgänge im Boden hinreichend schnell abläuft, könnte Alunit somit eine weitere, ressourcenschonende Alternative zu Torf darstellen.
Mit den in Tabelle 18 genannten Parametern soll untersucht werden, ob es innerhalb der Versuchszeit gelingt, mit Alunit ebenfalls den pH-Wert im Boden des Versuchstandortes zu senken.

Der Versuch wurde als Gefäßversuch angelegt. Verwendet wurden 12l PE-Eimer welche bis zum Rand mit dem am Standort befindlichen Boden gefüllt wurden. Zu Versuchsbeginn am 03.05.2000 erfolgte die Dosierung der Schwefel- und Alunitmengen. Beide Substanzen lagen in fein pulverisierter Form vor und wurden per Hand in den Boden eingearbeitet. Die genauen Mengenangaben und Parameter werden in Tabelle 8 aufgeführt. 14- tägig wurde je Variante eine Mischprobe, bestehend aus 3 Einzelproben, entsprechend der Anzahl der Wiederholungen entnommen. Die Entnahme erfolgte mit dem Bohrstock in einer Entnahmetiefe von 0 - 15 cm. Die Proben wurden luftgetrocknet und nach VDLUFA- Richtlinie A 5.1.1 auf ihren pH-Wert untersucht.
Die verwendeten Alunit- und Schwefelmengen wurden deshalb in t/ha angegeben, um eine Übertragbarkeit in die praktische Anwendung zu erleichtern.

Tab 18 Parameter des Sreening zur pH-Absenkung mit Alunit und Schwefel
Versuchsfrage: pH-Wert-Senkung
Versuchsbeginn: 03.05.2000
Versuchsende: 09.08.2000 (14 Wochen)
Gefäß:, Größe: PE-Eimer, 12 l, Ø 0,28 m
Wiederholungen: r = 3
Prüfvariante: AK Kontrolle
A1 5t Alunit/ ha (2,6 g/l)
A2 10t Alunit/ ha (5,2 g/l)
S1 1,25t S/ ha (0,6 g/l)
S2 2,5t S/ ha (1,3 g/l)
S3 5t S/ ha (2,6 g/l)
S4 10t S/ ha (5,2 g/l)


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Text © Mario Schubert · Leipzig 2004 · letzte Aktualisierung 21.03.2005 · Impressum · Sitemap